HELP FM - Der Selbsthilfe-Podcast

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Transkript

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00:00:00: Mein Stiefvater hat am Ende seines Lebens an einer der letzten Gespräche, die ich mich mit ihm erinnern kann.

00:00:04: Den Satz gesagt tut mir leid, dass ich oft nicht so für dich da war.

00:00:06: Ich hab halt mit ihr mitgetrunken damit sie nicht immer abhaut und irgendwann hat mein Stief Vater dann zu mir gesagt deine Mutter kommt nicht mehr zurück.

00:00:14: Da war ich so drei zehn vierzehn und ich habe das heißt Befreiung empfunden.

00:00:18: Herzlich willkommen zur einer neuen Folge von BFM unserem selbst für Podcast.

00:00:29: Selber Moderator, selber Gast Torsten ist noch bei

00:00:32: uns.

00:00:34: Wir haben ja gerade die Folge aufgenommen wo wir uns halt angeschaut haben inwiefern die Muster unserer Ursprungsfamilie uns prägen auch hinsichtlich dann unseres Verhaltens untereinander in einer Paarbeziehung oder generell in einer Beziehung und haben als Lösung mit aufschließen können, sich die Sache mal bewusst zu machen.

00:00:52: Rauszutreten, sich das anzuschauen und dann natürlich auch in der Kommunikation liegt ganz viel Lösung.

00:00:57: Und jetzt wollen wir mal auf

00:00:59: die

00:00:59: Süchte schauen!

00:01:01: Suchterkrankungen werden auch natürlich, werden auch da wieder geprägt durch das was wir in der Ursprungsfamilie erleben, was wir sehen Sei es das, was dann ablehnen oder auch nachmachen.

00:01:13: Also ganz einfach gesagt ist der Vater Alkoholiker, ist es durchaus möglich dass dann der Sohn auch zum Alkooliker werden kann?

00:01:20: Oder zumindest kann er ein Problem mitzüchten haben wie auch immer er damit umgeht.

00:01:24: Gehst du da erstmal mit?

00:01:25: Ist das auch in dieser Hinsicht wichtig?

00:01:27: Da gehe ich erst mal mit.

00:01:29: ja Du bist ja hier unser Experte auch unter anderem für Suchterkrankungen Und dann lass uns doch gleich mal in Medias Ries gehen.

00:01:37: Also, mein Liebert Thorsten wir haben ja auch schon etliche Folgen mit dir gemacht.

00:01:41: Du hast offen über deine Suchterkrankung gesprochen.

00:01:43: Du bist seit Jahren clean.

00:01:45: Wir haben auch darüber geredet was hilft dir?

00:01:47: Was stabilisiert dich?

00:01:48: und jetzt wollen wir da mal uns dieses Thema nochmal mit der Ursprungsfamilie anschauen.

00:01:52: wie war das in deinem konkreten Fall?

00:01:54: kannst du jetzt sagen im Rückblick Ja im Grunde hat mich das schon sehr vorgeprägt.

00:02:00: oder Würdest du sagen, das ist jetzt zu einfach?

00:02:02: Das liegt immer alles nur an mir.

00:02:05: Also wenn ich zurückschaue ... Kann ich sagen, ich bin die vierte Generation, die Sucht aktiv gelebt hat.

00:02:11: Bei meinen Ur-Omar war's Medikamente, bei meinem Opa war es wie Zigaretten, Alkohol Spielen.

00:02:20: So und bei meiner Mutter waren es Medikamente und Alkohl.

00:02:24: Und bei mir kam halt noch die Drogen dazu.

00:02:27: Und wahrscheinlich in der gesamten Familie des Thema Essen so.

00:02:30: ob das jetzt eine rein genetische Übertragung ist oder dass es ein Teil davon ist, dass bitte jeder für sich selber herausfinden.

00:02:38: Wie würdest du's für dich beantworten?

00:02:41: Also ich habe irgendwie in der Frage als sie mich damit beschäftigt haben gedacht ja genetisch.

00:02:46: dann ging's darum weil ich nicht wahrhaben wollte ich wollte es nicht akzeptieren.

00:02:50: ich wollte irgendwie einen Weg der Kontrolle haben.

00:02:51: wie kann ich Drogen konsumieren?

00:02:54: Erst in dem Punkt, im Grunde ist das egal.

00:02:56: Das ist ein Teil meines Lebens und ich muss damit leben.

00:02:58: Es ist egal ob das genetisch in mir angelegt ist oder ob es eine geistig-selische Erkrankung ist verkauft.

00:03:05: Am Ende ist es ein Teil von mir und meine Aufgabe ist zu lernen, damit zu leben.

00:03:11: Du wirst nicht sagen, wenn's genetik ist dann kann ich ja nichts machen.

00:03:14: Manche sagen ja immer, dass er einen Schicksal hat.

00:03:17: Ich kann schon was mitmachen, ich muss es nur wissen!

00:03:20: dass das vielleicht in mir angelegt ist.

00:03:21: Dass ich eine stärke Disposition, wie man so sagen würde, habe als andere.

00:03:26: Das muss man wissen.

00:03:26: also die Gefährdung ist da vielleicht größer oder?

00:03:29: Genau wir hatten es ja vorhin auch so.

00:03:30: meine Mutter war ja irgendwie kurz von meiner Geburt ist hier erst achtzehn geworden und das war ja eigentlich irgendwie ne junge Frau.

00:03:36: die weiß immer noch kann nicht aus ausgewachsenen Erwachsene in dieser Stelle entwickelt und davon daher wird's wahrscheinlich auch für manche jetzt mal innere Prozesse meines Geistes Vorschädigung geben oder eine Beinflussung durch den Alkoholismus und in Medikamenten missbrauchen, meine Mutter und Junge.

00:03:54: Da sind wir jetzt beim Erleben.

00:03:56: Das ist das Genetische.

00:03:58: Dein Vater hatte auch ein Alkohlproblem.

00:04:00: Das hat ja dann die junge Ehe ja auch mitbeendet offenbar.

00:04:04: Und dann kamst du ja in dieses neue, was dich eigentlich geprägt hat, Stiefvater?

00:04:10: und eben deine Mutter.

00:04:12: So jetzt hast du ja gerade gesagt auch über deine Mutter, würdest du sagen sind ganz klare so Linien die immer wieder zu sehen waren, die Großeltern das ist ja etwas was wir in uns aufnehmen dann erstmal nachmachen vermutlich oder?

00:04:24: Also für mich ist irgendwann das Bild entstanden, als ich irgendwie mit siebzehnten dann von zu Hause ausgezogen bin und also meinen Sack und Pack genommen habe und rausgegangen bin ins Leben.

00:04:33: Da standen halt nur die abgeladsten alten Schuhe der Addiction.

00:04:37: Wie lebt man leben?

00:04:39: Wie gehe ich Konflikte ein wie gehe ich Liebesbeziehungen ein?

00:04:42: Das war ja immer geprägt durch diese Durchsuchterkrankung.

00:04:46: Und da stand nichts anderes vor der Tür.

00:04:48: Die hab' ich einfach angezogen.

00:04:49: damit bin ich so ins Leben geladst.

00:04:52: So, und heute rückwürgen kann ich sagen ja das war irgendwie eine Entscheidung die ich bewusst wie unbewusst getroffen habe.

00:04:56: Und zwar eine Einladung mein Leben irgendwann zu hinterfragen.

00:04:59: möchte ich denn so leben.

00:05:01: Also im Endeffekt haben wir auch schon drüber gesprochen.

00:05:03: siehst du es ja auch als etwas Gutes an für dich weil du dadurch zu dir gekommen bist eigentlich?

00:05:10: Ich sehe es auch als eine Einladung des Lebens an.

00:05:12: so.

00:05:12: ich hab irgendwann mir die Frage stellen dürfen lebe ich das Leben was ich leben möchte oder liebe ich die Kopie von... Für mich kann ich heute sagen, hat es mir das Leben ermöglicht.

00:05:25: Was ich habe so mit allem Leid und Schmerz den das hatte in der frühen Kindheit und auch in den Jahren des junger Wachsenseins, des Vaterseins ,des Partnerseins des Arbeitgeberseins Des Arbeitnehmerseins Das hat ja alles irgendwie geprägtsfeier wie so ein unsichtbarer Schleier da über allem so drüber lag und auch oft, dass ich keinen Weg zu einer gesunden Emotionalität habe.

00:05:53: Was meine ich mit gesunde Emotionalitäten?

00:05:55: Dass ich meine Gefühle wahrnehmen kann, dass sich die idealerweise benennen kann, den angemessenen Ausdruck verleihen kann.

00:06:02: Bei uns war ja entweder nur irgendwie Todschweigen ...

00:06:06: Ich wollte grad fragen, du hast in deiner Familie das nicht so erlebt.

00:06:10: Das wurde über Gefühlen nicht wirklich geredet.

00:06:12: Nein!

00:06:12: Also ich glaub für dieses Todschweigen oder es wird halt irgendwie verbal alles oder auch körperlich irgendwie niedergebrannt.

00:06:19: Gab es Nähe zwischen deinen Eltern, also den Fall Stiefvater, deiner Mutter?

00:06:22: Oder auch nicht so?

00:06:25: Wenn du das so fragst, kann ich mich jetzt im ersten Moment kein Bild ein, wo die eine körperliche Nähe miteinander hatten.

00:06:34: Es war eher...es funktionierte.

00:06:36: Würde ich jetzt eher so bezeichnen ja.

00:06:38: Beide lebten wahrscheinlich vor sehr... Ich vermute ja auch unglücklich, das sind ja immer die verschiedenen Motivationen, die zu so einem Suchtverhalten führen können.

00:06:45: Das ist häufig eine Flucht.

00:06:48: Es ist ein Unglücklichsein was man damit verdeckt wie auch immer oder Ängste, die man wegspült.

00:06:54: Also ich glaube meine Mutter hat viele Jahre Zeit damit verbracht irgendwie... den Alkohol und die Medikamente zu verwenden, zu benutzen.

00:07:03: Um den Graben, die Wut, den Ärger das Verletz sein, den Missbrauch aus ihrer eigenen Kindheit zu verarbeiten so.

00:07:11: Und dass ihr auch das am Ende des Tages einfach übernommen hat.

00:07:14: Bewusst wie unbewusst von ... So lebt man Leben und so lebe ich Leben und dann ist es richtig und so mach' ich's nur

00:07:20: so.".

00:07:20: Aber ein Teil in Irmen muss ja umglücklich gewesen sein.

00:07:23: Wollte da eigentlich raus?

00:07:25: Ja!

00:07:25: Wollt du das klären?

00:07:26: Genau, und die hat ja auch mit relativ jungen Jahren schon mit Mitte dreißig irgendwie schwere ... Erkrankungen gehabt.

00:07:33: Wie Gebärmutterkrebs dann, wie Hirn-Hirntumor der mit einer großen OP bewältigt werden musste.

00:07:40: Sie hatte in irgendeiner Form massiv unter dem, wie sie gelebt hat, gelitten.

00:07:44: Auch

00:07:44: unter dem Alkoholmissbrauch oder Medikamentmissbruch?

00:07:48: Alles in allem.

00:07:48: Ich glaube man kann es nicht so differenziert sagen das hat nur dazu geführt, sondern ist ein Teil vom Gesamten.

00:07:54: Weil ich

00:07:56: eine Rolle spielte, dein Stiefvater?

00:07:58: Dann ist ein Debkomplex.

00:08:00: Mein Stiefväter hat am Ende seines Lebens einer der letzten Gespräche, die ich mich mit ihm erinnern kann den Satz gesagt von es tut mir leid, dass ich oft nicht so gesehen habe oder für dich da war.

00:08:08: Ich hab halt mit ihr mitgetrunken damit sie nicht immer abhaut.

00:08:14: Da war ich Anfang zwanzig als er diesen Satz sagt hatte, ich hab irgendwie... Es war irgendwie ne Mischung von.

00:08:20: ich spüre nichts und ich fühle nichts.

00:08:22: Und das war wie so nasser Waschlappen.

00:08:25: Ich habe mit Menschen zusammengelebt, die aber eigentlich nicht da waren.

00:08:29: Wo der Alkoholismus so eine große Macht hatte wie wir das vorhin auch hatten.

00:08:36: Da hat immer jemand oder immer mehrere mit am Tisch gesessen.

00:08:40: Da saßt er damit auch

00:08:41: am Tisch.

00:08:43: Und das war dann auch täglich?

00:08:45: Es gibt verschiedenste Formen des Alkohlismus.

00:08:47: Meine Mutter war ein Quartalssäufer... Oder was weiß ich, eine Woche lang gar nicht.

00:08:52: Und dann gab es wieder drei Tage Entour wo sie auch gar nicht da war und den Rest des Monats irgendwie das Geld mitgenommen hat und einfach verbraten hat so.

00:09:01: So war das dann.

00:09:02: Wie hast du's als Kind?

00:09:04: Man gewöhnt sich denn ja auch daran.

00:09:06: Kannst du die anzeigen und wusstest okay jetzt ist es wieder so?

00:09:09: Das ist eine ganz spannende Frage!

00:09:11: Wie habe ich das als Kind erlebt?

00:09:13: Als Junge in der Grundschule kann ich mich an Situationen erinnern, dass ich aus der Schule nach Hause kam.

00:09:18: Ich hatte Sandalen und Lüchern.

00:09:22: An manchen Phasen gab es gleich einen auf die Glocke von wie kannst du nur was denken die anderen.

00:09:27: Und im Nachhinein ist mir irgendwann mal aufgefallen ... Erstens war natürlich dieses Gefühl, oh Gott, irgendwie hab wieder etwas falsch gemacht.

00:09:35: Beim Nachhinen ist mir aufgefallen, aber ich bin ja auch alleine in den Schulen.

00:09:40: Da war ja keiner morgens da, der mir geholfen hat.

00:09:42: Hey das ist ein Loch in einem Socken!

00:09:43: Den lasst man jetzt weg, zieht es mal dir an oder sich darum gekümmert hat und ich habe das als normal empfunden.

00:09:48: Ich glaube ich hab zum ersten Mal so mit vierzehn, fünfzehn bei einem damaligen Schulfreund übernachtet und die haben den Lied gesungen zum Abendessen.

00:09:56: Da war freundliches warmes Licht und die waren offen liebevoll.

00:10:01: Ich dachte, das ist irgendwie wie Fake News.

00:10:04: Das wir aus dem Fernsehen ... So von bei uns zu Hause ist es so und es war so normal.

00:10:10: Natürlich!

00:10:11: Es war

00:10:11: so Normal.

00:10:13: Wenn ich heute irgendwie zurückgucke, und das kann ich oft wirklich mit Akzeptanz, gab's zwei Momente wo jemand bei uns Zuhause war.

00:10:22: Einmal da war ich acht oder mal dabei ich sechzehn.

00:10:25: Sonst war es nie erlaubt dass jemand zu uns nach Hause kommt.

00:10:29: So, es war immer verboten

00:10:31: Also sollte auch irgendwie was vertuscht werden oder wie auch immer, ne?

00:10:33: Auf

00:10:34: alle Fälle.

00:10:34: Und da ist dann mal das Bild nach außen wichtig.

00:10:37: und da kamst du jetzt an mit deinen kaputten Socken, ihr hast ja nix dabei gedacht.

00:10:41: und im Grunde nehme ich mal an war deine Mutter eigentlich auch nur wütend auf sich selber weil sie ja wusste eigentlich ... weil wäre es ja ihre Verantwortung gewesen, aber das kriegt dann das Kind übergebraten erst mal.

00:10:49: Ja natürlich!

00:10:51: Das schwächste Glied in der gesamten Kette,

00:10:53: ne?!

00:10:58: Häufig hört man dann noch mal wieder, dass dann Kinder sehr früh erwachsen werden und Verantwortung sogar übernehmen.

00:11:03: Wenn die Eltern ausscheiden als solche?

00:11:05: Wie war das bei dir also wenn deine Mutter zum Beispiel in solchen Phasen war dein Stiefvater wie du sagst hat er mitgetrunken um sie nicht alleine zu lassen oder auch überhaupt noch in Kontakt zu bleiben.

00:11:14: zu ihr hast Du dann dein Leben selber organisiert.

00:11:20: Damals gab's noch meine Urgroßeltern und meinen Urgroisfarter.

00:11:24: Er war für mich der große Held, er war mein Anker.

00:11:27: mit dem hab ich im Garten gesessen, den Kartoffeln ... Und wir haben die Würmer zum Ameln an der Ruhr rausgeholt.

00:11:34: Der war für micht in liebevoller Freude da.

00:11:36: Dass der hinterher, das hab' ich hinterher erst verstanden, dass immer noch Bilder aus seiner ... Armee-Zeit, aus dem Zweiten Weltkrieg da hing.

00:11:46: Dass er immer noch dieselbe Frisur hatte wie Adolf ... Das hab ich als Kind gar nicht wahrgenommen.

00:11:51: Du hast ihn ja als Vaterersatz gesehen?

00:11:54: Der war einfach da.

00:11:55: Ich konnte sein, der war neugierig.

00:11:57: Er hat mich morgens um fünf mit an die Ruhe mitgenommen.

00:12:00: Wir waren Angeln und dann gab's Fische

00:12:02: usw.,

00:12:03: der war für mich da.

00:12:05: Aber spannend ist, dann ist er gestorben.

00:12:09: Da war ich zwölf.

00:12:12: Ich bin in der Kirche.

00:12:13: Bei der Beerdigung bin ich ohnmächtig geworden und die ganze Familie war dann von, ja, das ist der böse Weihrauch!

00:12:18: Und ich hab das jahrelang auch gedacht ... Ja, ja... Der böse weihraucht.

00:12:23: Irgendwann habe ich verstanden, in dem Moment ist meine Seele klar gewesen, meine Kindheit ist vorbei.

00:12:30: It's done it's over.

00:12:32: Und ich muss jetzt erwachsen werden.

00:12:34: also dass der Alkoholismus wie er bisher funktioniert hat im familiären Kontext, den waren jetzt alle die Türen und Tore offen.

00:12:43: Gab keinen Schutz mehr, ne?

00:12:44: Es gab nichts mehr.

00:12:45: Es gab keine Großeltern mehr, die in irgendeine Form Protection gebracht haben, sondern es war einfach vorbei.

00:12:50: Meine Mutter ist dann auch mit, wie ich da mit drei zehn, als ich dreizehn war, hat sie dann so einen ... hier im Berlin würde man sagen Späti gegründet.

00:12:58: Das war eine Trinkhalle.

00:13:00: Und dann war's so eine Zeit lang, als sich das so entwickelt, dass sie erst mal für eine Nacht nicht wiedergekommen ist.

00:13:04: Für zwei Nächte.

00:13:05: Irgendwann hat mein Stiefvater zu mir gesagt von, deine Mutter kommt nicht zurück.

00:13:09: Da war ich so drei, zehn, vierzehn.

00:13:13: Und dann ... Ich hab das als Befreiung empfunden und Entlasten empfundet.

00:13:16: Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es nicht mehr dieser Dauerstress ist.

00:13:21: Ist heute kein Trinken da?

00:13:22: Ist der gesamte Gramm-Grollwut?

00:13:26: Diese Depression, diese Schwere, was ist jetzt so da?

00:13:31: Und nach anderthalb Jahren, die ich mit meinem ... die Vater alleine gelebt habe, dass mir aber auch erst im Nachhinein noch mal ein Stück weit bewusster geworden.

00:13:40: Ich durfte ja gar nicht bei ihm leben weil er mich nicht adoptiert hat wegen dem Unterhaltszahlung meines Vaters.

00:13:49: Ah sehr spannend!

00:13:53: Dass ich diese anderthalb Jahre wo meine Mutter weg war und nicht darüber reden durfte Ich durfte den Freund, mit dem ich draussen gespielt habe und nicht sagen, meine Mutter ist nicht da.

00:14:01: Da war ich irgendwie gebriefd mit irgendeiner Ausrede...

00:14:04: Also du wusstest offiziell immer da sein?

00:14:06: Genau!

00:14:07: Also wieder wurde was vertuscht ne?

00:14:08: Ach, vorwahr!

00:14:10: Was heißt furchtbar?

00:14:10: So bin ich als sozialisiert.

00:14:12: Und in meiner eigenen Sucht war das natürlich dann auch so irgendwie ...

00:14:15: Die ran ja auch früh, du hast mal erzählt da waren eine Flasche Bacardi ne?

00:14:19: Ich war gerade dreizehn, da war der erste richtig derbe Vollrausch aber wirklich mit Silvester-HG-Pissen im Schnee und dann hat man mich nachts nach Hause getragen weil ich einfach nicht mehr stehen konnte.

00:14:31: also von den ersten Malen des Alkohol-Konsums war immer Kontrolllosigkeit, Kontrollverlust da.

00:14:38: Hat er das damit zu tun, dass du es so erlebt hast?

00:14:41: Ich kann nur heute sagen, wenn ich das irgendwie gemacht habe.

00:14:44: Wenn ich einmal angefangen hab, konnte ich nicht mehr aufhören bis zum Ende.

00:14:48: Genau und dann gab's noch mal ... Nach anderthalb Jahren ist mein Stiefvater mit einem Satz gekommen, ich weiß, dass Du das nicht willst aber Deine Mutter fragt ob die zurückkommen darf.

00:15:02: Da wurdest Du gefragt!

00:15:05: Und ich habe mich heute noch dran erinnern von, du weißt genau das.

00:15:08: ich nicht will dass sie zurückkommt.

00:15:10: Aber ich weiß, dass du willst, dass die zurück kommt.

00:15:13: Also da hab' ich eine Verantwortlichkeit bekommen, die eines vierzehnjährigen damals nicht angemessen ist.

00:15:18: Ich musste an dieser Stelle ein Stück weit Erwachsene handeln als es eigentlich angemessene

00:15:24: ist.

00:15:24: Eine riesige Verantwortung auch!

00:15:25: Weißt Du eigentlich warum sie dich gefragt

00:15:27: hat?

00:15:29: Man kann auch sagen, der Missbrauch, den meine Mutter mit meinem Stiefvater so betrieben hat, die hat ihn instrumentalisiert an dieser Stelle.

00:15:37: Das muss man ja heute Revue passieren, kann ich das sagen?

00:15:40: Dass sie ihn dafür benutzt hat und da würde ich auch heute sagen, dass es ein schwacher Mann, der das mit sich machen lässt von hey... Ich stehe gerne dafür zu verfügen, euch miteinander in Verbindung zu bringen aber ich lasse nicht ... ich mache nicht den Move zu dem jungen Frag dehn Ob er damit fein ist, das ist nicht richtig.

00:15:58: Das ist Missbrauch.

00:16:00: Sie hat nicht direkt mit dir geredet?

00:16:01: Nein, sie hat ihm damit beauftragt mich zu fragen ob ich damit einverstanden bin.

00:16:06: Wie war deine Antwort?

00:16:08: Meine Antwort war von du weißt, also zu meinem Stiefvater weiß genau dass ich nicht will, dass die zurückkommt.

00:16:14: Okay!

00:16:16: Aber ich weiß, dass du willst, dass sie zurück kommt.

00:16:19: Ich habe ja gesagt...

00:16:21: Ihm zu Liebe ne?

00:16:22: Ja und ich kann heute sagen Das ist eigentlich auch alles irgendwie ein bisschen skurril.

00:16:28: Dass die es gut gemacht haben, als ich durfte dann rauchen und mein eigenes Zimmer bekommen, weil man hat mich irgendwie so materiell irgendwie eingepimpt.

00:16:37: Man hat sie gekauft!

00:16:39: Ja das wollte ich gerade nicht sagen aber am Ende des Tages ist das schon so... Und ich habe mich dann auch irgendwie einlölen lassen an dieser Stelle.

00:16:46: was heißt einlöhnen?

00:16:47: Am Grunde war das ja der Deal.

00:16:48: deshalb hat deine Mutter auch glaube ich den Stiefvater vorgeschickt.

00:16:52: Dadurch das Jahr kamen, sie wollte wieder zurück offenbar.

00:16:55: Und gut jetzt... Da beginnt ja.

00:16:57: aber dann einen Erwachsenenwerden natürlich und da war dann dem Drogenmissbrauch auch Tür-und-Tor geöffnet.

00:17:02: Du warst jenseits Out of Control könnte man sagen ein Stück weit?

00:17:07: Ja natürlich weil der Niveau irgendwie Platz für Gefühle waren.

00:17:10: wie also dass auch dieser sagen wir mal bewusste wie unbenutzte Missbrauch einfach war normal.

00:17:16: und heute kann man schon sagen dass die auch nur das Ende übernommen haben was sie vorgelebt bekommen haben, was meine Mutter von ihrer Mutter und ihren Eltern erlebt hat.

00:17:27: Und was die auch von ihren Eltern erlebten.

00:17:29: Wir hatten das ja schon mal von den Ausstlesienvertriebenen.

00:17:32: Da ist ja ganz viel Angst, Scham, den Kopf einziehen, vertuschen, vertanen oder verstecken

00:17:38: auf

00:17:38: Hübsche Nöte... Ja,

00:17:40: und dann hast du aber diese Muster natürlich auch, diesen Missbrauch selber erstmal transportiert in dein Leben.

00:17:46: Oder integriert sozusagen weitergeführt?

00:17:51: diskussionslos weitergeführt, also in der Ehe und in der Vaterschaft haben die alle mit am Tisch gesessen.

00:17:56: Trigstentan täuschen...

00:17:58: Genau!

00:17:58: Wie wir es ja gesagt haben.

00:17:59: Das war bei dir auch so.

00:18:01: Wann begannen dann?

00:18:01: dein Moment des Bewusstwerdens?

00:18:04: Mit Mitte dreißig?

00:18:05: oder wann hast du lange

00:18:06: gefangen?

00:18:06: Ja ich war Mitte Dreißig, dreiunddreißig war ich.

00:18:10: Dass sich mich irgendwie im Tiefpunkt gesehen habe in meiner kleinen Dachgeschosswohnung auf dem Boden.

00:18:15: Es war irgendwie sonnig.

00:18:16: Die Sonne hat reingeschienen, das war relativ warm Rott zum Wasser geholt, ich hab auf den Boden gelegen wie so ein kleiner Embryo.

00:18:23: Ich war mit Drogen zwar so zugelötet... ...dass da nichts mehr rein ging.

00:18:28: aber es war auch klar wenn ich noch mal weiter Drogen nehmen würde, würde ich sterben.

00:18:33: So eins würde ich gerne noch erwähnen, ich weiß nicht kennst du die Serie Friends?

00:18:38: Nicht richtig!

00:18:39: Da ist von ein paar Jahren einen Hauptdarsteller gestorben, Luke Perry heißt der oder Matthew Perry.

00:18:45: Der hat irgendwann mal in Interviews gesagt, er hat so eine Triangulie gespielt und der hat gesoffen, hat Drogen genommen oder hat gefressen.

00:18:52: Und das habe ich auch seit meines Lebens gemacht.

00:18:54: Ich hab immer irgendwie gewechselt zwischen diesen drei Süchten.

00:18:58: also der große Turnaround.

00:18:59: innerlich war dieser Moment dass ich an einem wütenden Handel meinerseits eine meiner Kinder so angebullt habe und die Angst in den Augen, die kannte ich.

00:19:08: Das war das wo ich mir geschworen habe.

00:19:10: wenn ich mal älteren werde mache ich das nicht.

00:19:13: Und ich habe genau in dem Moment gesehen dass ich genau dasselbe Spiel spiele.

00:19:16: Genau dasselben!

00:19:17: Und die Augen...das hat mir so...oah!

00:19:20: Aber das musste vielleicht auch sein damit du es nochmal verstehst?

00:19:23: Und in dir fühlt's?

00:19:24: Das warst du selber den du gesehen hast?

00:19:26: Genau.

00:19:27: also das war einfach der Moment von fack.

00:19:29: hoff ich mach genau dassalbe Ich mach genau da selbe.

00:19:33: Das ist ja das, was wir auch im letzten Podcast hatten.

00:19:35: Also der letzte Folge, dass wir Dinge tun die wir nicht wollen weil es unbewusst einfach die Muster sind, die wir in uns tragen und in extremen Situationen funktionieren wir da einfach so.

00:19:43: Nicht rational sondern irrational.

00:19:45: Aber das war für dich der Moment da wieder auf die Bewussternsebene zu kommen und sie sagen, das will ich nicht und wahrscheinlich auch eine Motivation zu sagen, weil ich es eben nicht will und immer schon abgelehnt habe.

00:19:55: werde ich jetzt etwas ändern?

00:19:56: Ja, aber ich würd das erst mal sagen von einem Kapitulationen.

00:19:59: Von jetzt dann die Party, die ich über mich selber erzähle ... Es ist ja auch nach außen alles hübsch und schön und chic.

00:20:06: Ist einfach zu Ende erzählt.

00:20:07: Einfach Fake News in der Lüge.

00:20:10: Das sieht zwar alles hubsch aus, weil hier hübsche Möbel stehen, Kinder sind hübesch angezogen, wir Geld auf dem Konto haben oder ein nettes Auto fahren.

00:20:16: Aber innen drin bin ich leer.

00:20:18: Ich weiß gar nicht wer ich bin.

00:20:19: Ich lebe nur irgendwie im Schatten da sein und bin eigentlich besetzt von Leid, Schmerz, Trauer, Wut, Anklage, Groll dem Leben gegenüber so.

00:20:28: Und das erst mal als ... von jetzt dann?

00:20:31: Die Party ist zu Ende!

00:20:33: Ja, da brauchst du Leidensdruck um zwölf Jahre.

00:20:36: In der hattest du ja dann.

00:20:38: Das kann ich dir sagen, das war einer der schlimmsten Momente in dieser Wohnung zu liegen.

00:20:42: Ich war letztes Jahr bin ich da noch einmal vorbeigefahren

00:20:45: und boah... Da warst du schon alleine also was getrennt ne?

00:20:48: Wir waren getrennet, ja.

00:20:50: D.h.,

00:20:50: auch da warst du im Muster, weil die Beziehung gescheitert hat?

00:20:55: Du hast alleine einen absoluten Drogenmissbrauch.

00:21:02: Würdest du sagen dieser sonnige Morgen war dann der Beginn der Erkenntnis ...

00:21:06: Auf alle Fälle!

00:21:07: Ich hab mir irgendwie einen Drogentherapeutin gesucht.

00:21:10: War ja in einer Selbsthilfe und der erste ist auch noch mal wenn ich das so rückwirkend anschaue... Ich hatte deinen Therapeuten.

00:21:18: Ich musste das erste Mal noch, bevor ich zu dem gegangen bin, muss sich irgendwie konsumieren.

00:21:23: Ich bin dahin gegangen und hab mich zugelötet.

00:21:27: Dann habe ich da gesessen und erst mal eine Stunde geheult.

00:21:31: Hätte ich das nicht gemacht, wäre ich hierhergekommen?

00:21:34: Und der hat mich nicht beschämt oder kritisiert ... Super, dass Sie da sind!

00:21:39: Der hat mich dann auch alle Jahre begleitet in unterschiedlichen Kontexten, dass ich in die Drogentherapie gegangen bin.

00:21:45: Dass das noch meiner psychosomalischen Klinik war und am Ende im letzten Abschlussgespräch hatte mir gesagt, wissen was Herr Nasthal, die letzten zwei Jahre habe ich sie nicht mehr abgerechnet?

00:21:56: Ich fand es so toll!

00:21:58: Ich hab das so bewundert, was Sie gemacht haben Und mir war klar, dass wir das nicht nochmal durchkriegen würden.

00:22:03: aber ich wollte sie einfach unterstützen.

00:22:09: Das war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte.

00:22:12: Ich musste nicht so leisten, um geliebt zu werden und lebensberechtigt zu bekommen oder da sein zu dürfen.

00:22:18: Sondern da ist jemand da ... der eigentlich eingekauft ist, aber mich geglaubt hat von, hey, ich mache das, ich mach das!

00:22:25: Und es hat sich entwickelt.

00:22:26: Und dies und das und jenes.

00:22:29: Und das war phänomenal.

00:22:32: Toll.

00:22:32: Das war weh.

00:22:34: Da ist dir der richtige Mensch

00:22:35: wirklich

00:22:36: ins Leben gespült worden?

00:22:38: Ja, also wie gesagt du hast es ja geschafft.

00:22:40: Darüber haben wir ja auch schon gesprochen.

00:22:41: Dein Weg in die Selbsthilfe alles das was du jetzt machst aber ist wirklich toll und auch noch mal ganz ergreifend.

00:22:47: Was du erzählt hast heute?

00:22:48: Wie das war in deiner Familie und wie du's erlebt hast und dass das auch wirklich erstmal dich geprägt hat.

00:22:53: Ist ja auch klar und manchmal muss man diesen bitteren Weg dann eben auch gehen bis zu Erkenntnis.

00:22:59: aber auch da... war das ja der Anfang, ne?

00:23:02: Der Lösung und Erlösung.

00:23:03: Dass du es dir bewusst gemacht hast und dass er klar ist warum haben deine Eltern so funktioniert und so weiter und sofort jetzt gar nicht mal verstehen, verzeihen muss hier gar nichts sein aber die ist erst einmal klar, die ist auch klar warum du dich so verhalten hast.

00:23:16: Aber wichtig ist ja, dass du sagst is mein Leben hey und ich möchte hier entscheiden Und dass du jetzt wo so lebst oder weitestgehend das immer möglich ist wie du willst Also wie wirklich dein freier Teil möchte.

00:23:28: Da gibt's noch mal einen wichtigen Aspekt, was wir vorhin von diesem Trixentan enttäuschen.

00:23:33: Von dem, was hier in der Familie stattfindet wird draußen nicht gesprochen.

00:23:36: Das hat auch eine Weile gedauert bis ich verstanden habe.

00:23:39: Ich kann das nicht alleine!

00:23:41: Ich muss da in die Welt da draußen gehen und ich muss mir Hilfe suchen.

00:23:46: Idealerweise bei Menschen, die etwas haben, was sich haben will.

00:23:49: Und die Frage ist wie bist du dahin gekommen?

00:23:52: Und mich daran orientieren, mich danach ausrichten so ... Und das glaube ich auch ein Stück weit, dass durchbrechen der alten Muster.

00:24:02: Also das erkennen wir reden nur innerhalb der Familie darüber aber eigentlich reden wir nicht so weil wir ständig irgendwas konsumieren und es abzudeckeln So.

00:24:11: und hier habe ich ich hab das übernommen Aber es hat nicht funktioniert.

00:24:15: also ich da draußen gibt es Menschen die haben was was ich haben will und dann muss Ich einfach gucken wo finde ich diese?

00:24:21: einmal gewinne die woran ich mich orientieren kann indem ich mich ausrichten kann, wo ich sagen kann hey du bist jetzt zum Beispiel beruflich erfolgreich mit deinem dies das jenes wie hast du es gemacht?

00:24:32: aha okay

00:24:33: also man sucht die vorbilder auch ein

00:24:34: stück Genau.

00:24:35: Und auch da ist immer noch mal ein ganz spannender Aspekt, wenn ich das zu Hause nicht erlebt habe ... Da keine Vorbilder hatte.

00:24:42: nach welchen Vorbildern suche ich dann im Aus-?

00:24:45: und was ich bei Männern oft sehe sind die Helden der Rambo.

00:24:49: Das sind ja so superidealisierte, die halt in eine Richtung sind, die sind da super!

00:24:55: Aber es ist nur ein Film.

00:24:56: Es ist just a Movie.

00:25:00: So dass zu finden, hey, in diesem Bereich ist der super Aber wie ist der in dem Bereich?

00:25:05: Also mich da auch auszurichten von, für welche Bereiche möchte ich Unterstützung.

00:25:10: Brauche ich Unterstützung und was lerne ich auf den Weg, den ich da gehe?

00:25:16: so für mich Und was gibt es auch zu lernen?

00:25:20: Das ist ja eigentlich der Vater das erste Rollenvorbild.

00:25:23: aber wenn er nicht so funktioniert oder wie auch immer dann sucht man sich halt die anderen im Leben.

00:25:28: Es ist ja auch nichts Schlimmes.

00:25:31: Es hinterlässt dir auch erst mal, wenn der Vater nicht da war aus welchem Grund noch immer irgendwie so ein Bereich wo du keinen Zugang zu deinem Eigen ... Schmerz

00:25:38: auch klar.

00:25:39: dass das eine und du hast gar kein inneres Anbindung.

00:25:42: Wie ist denn ein Vater?

00:25:43: Wie könnte der sein, wie ist er zu der Mama oder zu meiner Schwester da?

00:25:52: Ich habe gar nichts, woran ich mich orientieren kann.

00:25:54: Und wenn ich das nicht habe, dann hänge ich meinen Vorbildwunsch an so einer Idealisierung.

00:25:59: Der ist immer so ... Das ist mein Held!

00:26:03: Deswegen funktionieren ja diese ganze Marvel-Video so gut, weil wir diese hellen Geschichten haben.

00:26:07: Ja

00:26:07: klar das lieben wir.

00:26:08: aber natürlich sollte man auch da wissen was du schon sagst ist just a movie ne?

00:26:12: Klar und das wiederum prägt uns dann in unserem Verhalten in den Beziehungen.

00:26:15: Das hatten wir besprochen.

00:26:16: eine Sache noch du hattest im letzten Vorjahr gesagt die hat dann irgendwie jemand gesagt warum du das tust.

00:26:22: also in dem Fall jetzt hier Alkohol mit Brauch.

00:26:24: Das packen wir in einem wuchen stellen es ins Regal und nehmen's nicht raus.

00:26:27: Was meintest Du mit diesem Bild?

00:26:28: Also ist es nicht wichtig.

00:26:29: sollten mir nicht hinterfragen worum wir das tun.

00:26:32: Ich hab viele Jahre damit verbracht, mir die Frage zu stellen.

00:26:37: Warum muss ich den selben Weg gehen wie meine Mutter?

00:26:39: Das hat aber nichts gebracht und keine Lösung gebraucht.

00:26:43: Einfach akzeptieren, ich bin diesen Weg gegangen ... Und was kann ich jetzt damit tun?

00:26:47: Da sagst du ja, ich weiß immer ein Teil von mir hat diesen genetischen Meinwegen-Anteil, diese Vorbilder.

00:26:54: Die sind drin in dir, das hast Du abgespeichert.

00:26:57: Ja.

00:26:58: Da sagste du, das reicht eigentlich.

00:27:00: Und wir sollten nicht ewig um die Frage warum greifen, sondern wir sollten gucken was kann, wie geht ich damit

00:27:04: um?

00:27:05: Also ich hab irgendwie versucht je Fragen für mich zu beantworten.

00:27:08: Warum bin ich das so?

00:27:08: Ich habe auch in der Pflege gearbeitet und dann war auch ganz viel genetig.

00:27:11: und ja das bestimmt.

00:27:12: deswegen aber im Grunde kann ich Revue passieren sagen von ja ich wollte eigentlich eine Erklärung haben, wie ich kontrolliert konsumieren kann.

00:27:19: Aber das funktioniert nicht.

00:27:21: erst dieses in mir verstehen.

00:27:23: ich habe eine Addiction.

00:27:25: Aus welchen Gründen auch immer hat den Weg aufgemacht von ja, vielleicht ist ein Teil davon wirklich genetisch bedingt.

00:27:32: Punkt!

00:27:34: Vielleicht ist aber auch ein Teil eine Lebensstrategie weil ich manche Dinge aus Angst immer noch nicht fühlen will, nicht kann, weil ich Angst habe vor Ablehnung und Vorbeschämungen, vor... ...ausgelacht werden.

00:27:44: Dass wenn ich so sage hey hier damit halt ach doch Torsten.

00:27:47: also das war nicht so einfach oder nicht so schwierig bla bla Gott, der Oliver lacht mich jetzt raus oder ich bin ein sehr schlechter Mensch.

00:27:54: Also damit irgendwie zu lernen umzugehen.

00:27:56: Genau

00:27:56: weil das sind ja die Sachen wo man dann anfällig ist zum Beispiel wieder dafür.

00:27:59: Das spürt man ja auch in sich selber.

00:28:01: aber kommt wieder so einen Triggerpunkt bei dem eines ist dieses manchmal eine Niederlage beim anderen ist gerade ein Triumph vor sagt jetzt den Champagner und was auch immer ich muss noch einen draufsetzen.

00:28:10: also es gibt ja die Motivationen sind ja verschieden.

00:28:12: Aber ich verstehe schon also für dies eher wichtig dann auch nach vorne zu schauen als wie gehe ich damit um dann in Zukunft zum Beispiel?

00:28:19: weiter meinen Weg gehen zu können.

00:28:21: Ja und auch hier auch das eigene zu finden, nicht von der Oliver hat es jetzt gemacht mit seinem Geschäft ist so und so und ich muss das jetzt genauso wie der...

00:28:30: Du musst neue Daten machen.

00:28:31: Punkt!

00:28:32: Man kann ja den anderen nicht imitieren man kann sich vielleicht was abgucken wenn man so sagt aber letztendlich geht jeder seinen Weg und wenn wir bei einem Vogelhäuschen bauen dann wird deins definitiv anders aussehen Weil unser Vogel vielleicht auch anders aussieht.

00:28:44: Genau, weil wir haben vielleicht einen ganz anderen Vogel.

00:28:47: Jeder der uns jeden Morgen besucht, welchen Vogel haben wir heute so?

00:28:51: Ich glaube das ist auch dann ein Aspekt, den wir im Leben irgendwie lernen können.

00:28:55: Wir haben manchmal die Vorstellung des Herr Liebich bei den Männern oft so von dass der Bauplan so funktioniert, dies oder jenes und das ja großartig.

00:29:04: Ein Auto hat da irgendwie ein Bauplan, so geht es.

00:29:07: Punkt!

00:29:08: Aber die Adaption dieses Bauplans auf mein Leben, auf meinen Verhalten, auf meine Sozialisation sind ganz anderer.

00:29:14: Also eher von hey hier hab ich ein Buch bekommen, hier hab' ich einen Stift bekommen vielleicht mal Kassen, Fede to you whatever und dann schreibe ich mein eigenes Drehbuch am Ende des Tages.

00:29:24: Und da auch die Mutere haben also authentisch zu sein und sich zu stehen und so.

00:29:28: Das aber können wir wiederum.

00:29:29: nur um jetzt noch den Kreis zu schließen wenn wir es mal woher kommen Punkt?

00:29:34: Okay, dann machen wir jetzt einen Punkt.

00:29:35: Genau!

00:29:36: Ich glaube, wir haben alles genug erklärt.

00:29:37: Ich könnte mal darauf setzen Zukunft nur mit Herkunft.

00:29:40: Nee ohne Herkampf keine Zukunft.

00:29:41: Das sind mir jetzt bei den Werbebotschaften.

00:29:44: Also schaut einfach an eure Familien.

00:29:47: machts Beste draus in diesem Sinne.

00:29:49: Danke Thorsten auch für diese Folge und diese ganz tollen wirklich intimen Einblicke.

00:29:55: Ja das lassen wir jetzt einfach mal sacken.

00:29:57: der Punkt

00:29:58: ist ausgesprochen und dem ist nichts hinzuzufügen.

00:30:01: Ich freue mich nur, wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder dabei seid.

00:30:03: Also,

00:30:09: tschau!

Über diesen Podcast

Mit "HELP FM" startete das Potsdamer Selbsthilfe-, Kontakt- und Informationszentrum (kurz SEKIZ) e.V. am 10. Januar 2013 ein bundesweites Pilotprojekt: Eine Radioplattform, die ausschließlich dem Selbsthilfegedanken verpflichtet ist. Damit wurde ein Forum geschaffen, auf dem sich Betroffene und Interessierte zielgerichtet informieren können. 7 Jahre lang ging die Selbsthilfe-Sendung HELP FM bei Radio BHeins on air... Oft gibt es aber mehr zu sagen, als in einer kurzen Radiosendung passt und somit produziert nun HELP FM, seit dem 09.01.20, Selbsthilfe-Podcasts.

Intensive Gespräche und spannende Reportagen warten auf die Zuhörenden.
Zu den Programmschwerpunkten zählen alle Themen rund um die Selbsthilfe, Aufklärung über verschiedene Erkrankungen sowie Talks mit Experten. Zugleich wird wirkungsvoll über Hilfs- und Therapieangebote berichtet. Die Podcasts erscheinen donnerstags im Zwei-Wochen-Rhythmus.

Kontakt: ehrenamt@sekiz.de | 0331 62 00 281

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