00:00:00: Wenn man sich Statistiken oder Studien anschaut, dann ist es schon so das überwiegende Teil der pflegenden Angehörigen.
00:00:07: Sich stark bis sehr stark belastet fühlt je nachdem in welchem Pflegerbegrad die zu pflegenen sind.
00:00:21: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Help FM unserem Selbsthilfe-Podcast.
00:00:26: Damit gefohlen begrüßt euch ganz herzlich Oliver Geltner.
00:00:28: und diesmal geht's um ein klassisches, vielleicht sogar ein bisschen neues Selbsthilfe-Thema.
00:00:33: Es geht um die Pflege-Selbsthilfe.
00:00:35: Das ist seit einigen Jahren ein großes Thema.
00:00:37: Warum?
00:00:38: Natürlich weil Pflege
00:00:39: eben auch
00:00:40: ein ganz großes Anliegen in unserer Gesellschaft ist, weil immer mehr Menschen Entsprechend erkranken, nicht nur an Demenz.
00:00:46: Auch an anderen chronischen Erkrankungen.
00:00:48: und dann ist Pflege ein großes Thema Und das belastet häufig die pflegenden Angehörigen Die Familienmitglieder und insofern hat sich da eben auch die Pflegeselbsthilfe etabliert und zwar so sehr auch im Potsdam dass es jetzt ein eigenes Projekt ist hier im Selbsthilfezentrum Sekiz und ich freue mich Dass jetzt Sabina Sprung bei uns ist die seit diesem Jahr ganz aktuell dieses neue Projekt hier im Sekiz-Potsdam betreut.
00:01:10: herzlich willkommen Sabina.
00:01:12: Hallo Danke, dass ich da sein darf
00:01:14: Und ich habe jetzt ohne R gesprochen.
00:01:16: Nicht Sabina, sondern Sabina!
00:01:18: Ja du hast auch einen interessanten Lebenslauf.
00:01:21: ja also du kommst aus der Kommunikationsbranche, hast auch schon mal politisch dich betätigt für die Politische Organisation gearbeitet aber auch im sozialen Bereich.
00:01:29: Du bist jetzt für die Pflegeselbsthilfe verantwortlich und auch da hast du ja persönliche Erfahrungen sogar.
00:01:34: nimm uns doch vielleicht ein bisschen mit.
00:01:36: was hast du da genau für Erfahrung sammeln können?
00:01:39: inwiefern warst du selbst pflegende Angehörige?
00:01:43: Ja, ich bin aus der politischen Kommunikation so ein bisschen in die Pflegereien gerutscht halt durch die Erfahrung, die ich selbst als pflegende Angehörige gemacht habe.
00:01:52: Mein Vater ist an Parkinson erkrankt gewesen und hatte auch eine Form von Demenz, lebt jetzt nicht mehr und war lange halt pflegebedürftig Und die Hauptpflegekraft war seine Ehefrau, das bin ich meine Mutter.
00:02:09: Aber ich war natürlich auch als Tochter immer wieder eingespannt, hatte eine Vorsorgevollmacht für ihn ... Insofern hab ich dann erlebt was es bedeutet, pflegebedürftig zu werden und auch die ganzen Stadien halt bis hin zum Tod begleitet.
00:02:27: Das ist bei dieser Krankheit so, dass es im Grunde keine Besserung gibt?
00:02:31: Wenn's fortschreitet, kann man's nur begleiten!
00:02:34: Ja, bei vorschreitenden Krankheiten ist das natürlich ein besonderes Problem.
00:02:38: Weil es fängt einfach an und schreitet dann eben wieder weiter fort.
00:02:44: Irgendwann gelangen die Angehörigen dann mal so einen Punkt wo man merkt ich schaff's einfach nicht mehr, es geht nicht mehr.
00:02:51: Und sowas auch beim meinem Vater.
00:02:53: Es gibt auch Möglichkeiten trotzdem das Leben zu genießen und im Moment zu sein.
00:02:58: Das ist ganz wichtig als pflegende Angehöhrige sich selbst in die Rolle reinzufinden, zu wissen halt was man machen möchte.
00:03:07: Was man kann und den Menschen einfach so gut wie möglich zu begleiten, indem das er selber auch erlebt.
00:03:14: Und das kann sehr neben der ansten Anstrengung, die es erfordert, aber auch Momente geben, in denen man merkt halt dass es gut ist, so wie es ist.
00:03:25: Ja und das ist so ein Spannungsfeld, wo ich selber denke da gibt es unheimlich viel zu tun.
00:03:31: Und dann gibt's auch viele Dinge zu verbessern in dem Bereich.
00:03:34: und deshalb habe ich mich dann irgendwann entschlossen tatsächlich mit dem Thema Pflege anzunehmen und Kenne aus dem Bereich auch hab dann zusammengearbeitet mit pflegenden Angehörigen und war auch lange Vorstand in einer Initiative die pflegende Eltern Und unterstützt hat, genau.
00:03:55: Das ist auch
00:03:56: ein Thema.
00:03:56: Also die Pflege von Kindern oder Jugendlichen, die eben auch schon entsprechend pflegebedürftig sind das ist ja noch ein anderes Thema.
00:04:02: wie denken bei Pflege immer an ältere Menschen dem Bett liegen?
00:04:06: und das gibt ja auch noch diesen anderen Bereich.
00:04:08: da kommen wir nachher noch dazu.
00:04:09: also du hast diese Herausforderung selber erlebt.
00:04:11: es erleichtert dir natürlich.
00:04:12: jetzt denke ich mal auch die Arbeit.
00:04:15: für wie lange hast Du deinen Vater begleitet ungefähr?
00:04:18: Es sind bestimmt fünf, sechs Jahre gewesen.
00:04:23: Mhm.
00:04:23: Er hat lange noch eben zu Hause gewohnt und später halt ist er dann in die Mission heim umgezogen.
00:04:31: Das war auch eine gute richtige Entscheidung, weil es irgendwie klar war ... Es geht zuhause einfach nicht mehr weiter.
00:04:39: Und diese Aktion
00:04:41: muss man immer sehen.
00:04:42: Die Leute ... Mein Vater auch im Vorfeld hat ja selber gemerkt, wie er sozusagen immer stärker beeinträchtigt war.
00:04:52: Und hat dem Vorfeld auch zum Glück seine Sachen ganz gut geregelt.
00:04:57: Hat es uns alles einfach gebracht.
00:04:59: damit auch mit dem Umgang?
00:05:02: Die meisten wünschen sich natürlich irgendwie allzu werden aber niemals irgendwie beeinträttigt oder in irgendeiner Form ... Das trifft meistens leider nicht zu.
00:05:15: Deshalb ist es gut, wenn man sich damit beschäftigt, frühzeitig beschäftigt und auch als Gesellschaft sich klarmacht, dass Pflege etwas ist was uns einfach alle angeht oder was nicht nur eine kleine Gruppe ist sondern tatsächlich ne ganz schön große Gruppe in der Gesellschaft.
00:05:31: Und da so ein Beitrag zu leisten dazu das finde ich sinnvoll, das find ich wichtig und möchte gerne machen
00:05:39: Ist es ja auch.
00:05:39: Und in einer immer älteren Gesellschaft wird die Pflege sogar noch größer werden, glaube ich.
00:05:44: Das weiß man eigentlich ne?
00:05:46: Alle Gutachten und Expertisen gehen ja in die Richtung und alle wissen im Grunde sind wir gar nicht genug vorbereitet und auch die Politik hat das nur auf dem Zettel bei Sonntagsreden aber da fehlt ja noch ganz viel im Runde.
00:05:56: also wir schlittern dann glaube ich hinein in so ein ja was auch immer pflegezunami oder wie wir das nennen wollen.
00:06:03: jetzt hast du das selber halt gespürt.
00:06:05: Die Partnerinnen konntest du ja aus nächster Nähe beobachten von deinem Vater.
00:06:08: Von welchen Herausforderungen stehen denn so pflegende?
00:06:11: Es ist ja jetzt nicht nur diese reine Pflege, was da zu tun ist sondern vielleicht auch solche psychischen und emotionalen Herausforderungen.
00:06:19: sind das die diese pflegen Angehörigen dann haben täglich?
00:06:23: Also man muss sich das vorstellen, dass am Anfang ... wenn so eine fortschreitende Erkrankung vorhanden ist.
00:06:31: Das am Anfang geht's halt nur darum um Beschäftigung hier und da mal hin, irgendwas anreichen, helfen beim Anziehen
00:06:40: usw.,
00:06:41: aber je stärker die Krankheit dann voranschreitet wird es eben körperlich und psychisch auch anstrengender einfach von der Zeit her, die man sozusagen dafür aufwenden muss, Wirklich Wortwörtlichkeit der Kraft, die man aufwenden muss.
00:06:57: Und was passiert dann meistens?
00:06:58: Dass die Leute ... Die Menschen, die pflegenden Angehörigen über ihre eigenen Grenze hinaus Hilfestellung leisten.
00:07:09: Das heißt, man ist dann plötzlich verliert den Kontakt zu seinem sozialen System.
00:07:16: Ist das
00:07:17: eigentlich unausweichlich oder wäre es möglich, dass die Ballon so halten?
00:07:23: Passiert das immer wieder?
00:07:25: Wenn man sich Statistiken oder Studien angeschaut, dann ist es schon so dass überwiegende Teil der fliegenden Angehörigen sich stark bis sehr stark belastet fühlt je nachdem in welchem Pflegegrad die zu pflegenden sind.
00:07:44: Aber unausweichlich ist es natürlich eben Überhaupt nicht, sondern im Gegenteil...
00:07:48: Wann ist das immer wieder passiert?
00:07:49: Da frag ich mich.
00:07:50: Ist da vielleicht so eine Automatik, die dann irgendwie einsetzt?
00:07:53: Im
00:07:53: Gegenteils der Automatik entsteht dadurch, dass die Leute allein gelassen werden.
00:07:58: Dass sie keine entsprechende Unterstützung finden vor Ort oder auch keine Familienmitglieder haben oder irgendwen denen, den Sie unterstützen.
00:08:07: und wir sehen halt umgekehrt auch, dass Darpflege super gut klappt.
00:08:13: Wo die Menschen eingebunden sind in ein Netzwerk halt ... Das kann ein familiäres Netzwerk sein?
00:08:19: Es gibt aber auch Netzwerke, die gar nicht auf Familie berufen, sondern wo ehrenamtliche Nachbarschaft und Pflegendienste zusammen dieses Netzwerk bilden.
00:08:29: Und da funktioniert es gut, dann können die Leute lange in der Häuslichkeit sagen zu Hause bleiben so wie man sich das wünscht als Betroffener Und diese Voraussetzung zu schaffen, dass das möglich ist für pflegende Angehörige.
00:08:44: Das ist halt eben das was wir hier gerne im Seekids mit unserem Projekt machen wollen.
00:08:50: also einerseits natürlich halt pflegende angehörige... Gruppen für fliegende Angehörige anzubieten, in denen sie sich austauschen können.
00:08:59: In denen Sie sich selber Tipps bekommen indem Sie sich auch entlassen psychosozial einfach dadurch dass jemand das gleiche erlebt hat wie man selbst.
00:09:10: aber darüber hinaus wollen wir natürlich gerne so eine Verstätigung haben halt in Richtung Engagement was uns ja hier im Sekiz auch am Herzen liegt und Netzwerken, die eben halt diese gute Pflege in der Häuslichkeit schaffen können.
00:09:27: Weil pflegende Angehörige auch tatsächlich entlastet sind und dafür ist natürlich die kommunale Ebene, die Ebene ... Die dafür am besten geeignet ist.
00:09:39: aber ich sage ganz klar weil der Rahmen ja im Moment so ist dass es wieder um Pflegeriform geht dass die Rahmenbedingungen dafür sowohl finanziell als auch von den Strukturen her geschaffen werden müssen.
00:09:52: Die sind noch nicht klar, ne?
00:09:52: Die Finanzmittel geschaffen wurden halt zwar vom Bund und die nötig waren um solche Netzwerke irgendwie zu gestalten.
00:09:59: Das meint ich ja die Politik!
00:10:01: hat das rhetorisch auf dem Schirm aber eben noch nicht praktisch.
00:10:04: Also da fehlt noch eigentlich so eine Umsetzung und dann fehlt es auch an den finanziellen Möglichkeiten, damit ... denn der Ziel ist ja auch von liveem Projekt letztendlich dass wir schon diese Strukturen schaffen, damit wenn dann die Pflege immer größer und stärker ein Anteil nimmt in unserer Gesellschaft, dass dann dann diese Netzwerke und Gruppen schon da sind und dass man dann die Menschen besser auffangen kann weil sonst führt es ja auch dazu, dass sie dann ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können oder selber krank werden oder wie auch immer.
00:10:27: Das zieht ja dann eines nach des anderen nach sich.
00:10:30: Also diese Netzwerke brauchen wir eigentlich auch sofort.
00:10:33: Die brauchen wir sofort, aber die brauchen
00:10:34: wir
00:10:35: jetzt schon auf Perspektive nicht?
00:10:36: Ja, also die müssen wirklich halt gestaltet werden.
00:10:41: Da brauchen wir nichts zu machen.
00:10:42: bis in zehn Jahren der Gipfel...
00:10:44: Deswegen machst du es ja jetzt
00:10:45: schon.
00:10:45: Das ist doch schon um dann Strukturen zu haben.
00:10:47: wenn das wird in zehn noch schlimmer werden denke ich.
00:10:50: Es wird auf jeden Fall mehr Pflegebedürftige in der Gesellschaft geben genau.
00:10:57: Jetzt
00:11:00: hast du schon gesagt, also klar in der Selbsthilfe ist ja immer auch so dieses Gefühl was ja auch alle sagen die zum ersten Mal da sind.
00:11:06: Man hat endlich mal zu tun mit Leuten.
00:11:08: man muss sich nicht erklären.
00:11:10: Der andere das gegenüber das gegenüber kennt im Grunde die Probleme.
00:11:14: es ist irgendwo ähnlich und man kann sich auf Augenhöhe austauschen.
00:11:16: Das ist ja etwa fast ein Netzwerk.
00:11:17: schonmal bietet neben den Informationsaustausch.
00:11:20: Welche Vorteile hat die Pflege-Selbsthilfe noch?
00:11:22: Warum wurdest Du jetzt jemandem wie man zu Hause pflegt, raten gehen Sie doch mal in so eine Gruppe.
00:11:28: Schauen sie sich das mal an?
00:11:29: Welchen Nutzen kann ihr noch ziehen?
00:11:32: Ich würde sagen der Hauptnutzen ist tatsächlich der Austausch.
00:11:36: Daraus können sich natürlich alles möglicher ergeben aus dem Austausche aber zum nächsten Mal geht es darum in der Pflege selbsthelfe dass Menschen einen Raum bekommen ihre Anliegen anderen mitzuteilen sich gegenseitig zu unterstützen sich gegeseitig im Mut und Kraft zu geben für die Aufgaben, die man übernommen hat.
00:11:59: Es geht aber auch darum, selbst Reflektion möglich zu machen und zu sagen, will ich das was?
00:12:04: Damit man eben nicht in der Rolle einfach so reinschlittert, sondern dass man bewusste informierte Entscheidungen darüber treffen kann ... Wie kann ich die Pflege so gestalten, dass es für mich und meinen Pflegebedürftigen halt in Ordnung ist?
00:12:18: Was
00:12:18: würdest du sagen, was braucht es da eigentlich, wenn man jetzt gerade am Anfang ist?
00:12:23: Völlig ohne Erfahrung.
00:12:24: Wir alle haben ja keine Ausbildung als Pflegekraft, ne?
00:12:26: Sondern man schlittert da rein und plötzlich sind die Eltern pflegebedürftig der Partner was auch immer.
00:12:31: Was braucht man da
00:12:33: also?
00:12:33: am Anfang Betritt man ja eine neue Galaxie, würde ich sagen im Pflegesystem.
00:12:39: Das Pflegesystem ist sehr unübersichtlich und am Anfang geht es ganz sicher nicht darum sich zu orientieren, seinen eigenen Weg zu finden.
00:12:49: halt was ist für mich wichtig?
00:12:52: Was gibt es für Angebote in denen ich das realisieren kann?
00:12:57: Jeder und jede sollte sich auf jeden Fall gut beraten, beim Pflegeschützpunkt hier in Potsdam.
00:13:03: Bei Pflegeberatern.
00:13:05: welche Möglichkeiten werden mir da geboten?
00:13:08: Welche Entlastungsmöglichkeiten gibt es?
00:13:10: Welcher Hilfsmittel gibt das zum Beispiel?
00:13:12: Da geht's ja um Beantragung.
00:13:13: Also diese Belastungen haben wir häufig zu tun.
00:13:15: man muss beantragen oder dass eine Pflegekraft finanziert wird dann auch.
00:13:19: Oder wie läuft das?
00:13:19: Das sind doch viele Formulare nehme ich mal an die man auch ausfüllen musste.
00:13:23: Ja, der Pflegeschützpunkt oder die Pflegeberater, die helfen einem dabei entsprechende Formulare auszufüllen.
00:13:33: Hauptsächlich auch dabei halt das geeignete für sich zu finden.
00:13:37: also natürlich geht es darum erstmal pflege grad zu beantragen.
00:13:42: Aber wenn man pflegegrad hat, dann eröffnet sich einem sozusagen das system der hilfe und da gibt es sehr viele unterschiedliche möglichkeiten und darüber sich ein überblick zu verschaffen halt darüber auch dass was sozusagen auf dem papier steht auch realisierbar sind.
00:13:59: immer zwei unterschiedliche ganz unterschiedliche dinge Und da ist es sehr wichtig, wenn man sich selbst beraten lässt.
00:14:07: Aber da ist auch wichtig aus den Erfahrungen der tatsächlich anderen Betroffenen schöpfen zu können.
00:14:13: Weil die Tricks und Tipps halt, die im Alltag wichtig sind, erfährt man eher in der Gruppe oder von anderen Angehörigen.
00:14:23: Genau also da wäre die Gruppe wichtig gleich für den Anfang.
00:14:27: Also jedem raten wurden das Problem auftritt.
00:14:30: Auch nur Gruppen aufzusuchen nicht so warten Ist es so spät ist, sondern gleich am Anfang.
00:14:35: Ich würde
00:14:35: auf jeden Fall jemand allen raten ... eine Gruppe aufzusuchen oder und die Informationsangebote wahrzunehmen, die wir auch aufbauen wollen.
00:14:46: Aktuell machen wir ein Kurs für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz.
00:14:54: zweieinhalb Tage geht das ist als Kompaktkurs geplant damit auch berufstätige Menschen teilnehmen können am Wochenende und da bekommt man erstmal einen rundum Blick über das Hilfesystem.
00:15:07: halt in Potsdam aber auch grundsätzlich, also wie beantrage ich Pflegerat.
00:15:14: Welche rechtlichen Dinge gibt es zu beachten?
00:15:16: Zum Beispiel Vollmachten sind ganz wichtig wird oft ...
00:15:20: Bei Demenz auch
00:15:21: ein großes Thema.
00:15:22: Ja, aber auch Patientenverfügungen diese Sachen... Also Dann geht es auch darum, wie kommuniziere ich richtig?
00:15:32: Wie leiste ich Pflege?
00:15:33: Welche Tricks gibt's da?
00:15:34: Es ist wirklich sehr umfassend.
00:15:36: Es geht viel um Kommunikation und Austausch in diesen Kursen.
00:15:40: Und das ist ein guter Einstieg in die Thematik.
00:15:46: Unser Plan ist eben, dass wir das verstetigen in einer Form ... Einzelne Infoveranstaltungen zu Themen anbieten oder Workshops, sodass man erst mal sozusagen einen Überblick bekommt.
00:16:00: Oder das Wissen sich erarbeitet halt, dass notwendig ist um selber Entscheidungen auch zu treffen für sich und auch für den Angehörigen.
00:16:10: Und das zum Beispiel was jetzt im Juni läuft?
00:16:12: Genau, also im Juni läuft der erste Kurs.
00:16:14: Das ist für Angehörige von Menschen mit Demenz.
00:16:19: Wir planen aber auch nach der Sommerpause weitere Kurse oder Infoveranstaltungen für andere Themenbereiche zum Beispiel Pflege auf Distanz.
00:16:29: Ist ein großes Thema ... Oder halt für jüngere Menschen, für Enkel und ... Ja, unterschiedliche Gruppen.
00:16:37: Also der Bedarf ist sicherlich da.
00:16:38: es geht auch darum das bekannt zu machen dass die Menschen wissen dass diese Angebote gibt.
00:16:44: Ja, also in ganz vielen Gruppen gibt es bis lang gar keine Informationen.
00:16:53: Weil diese Gruppen einfach sehr schwierig zu erreichen sind oder gar nicht adressiert werden von den bestehenden Angeboten.
00:17:01: Von daher gibt's dann eine Lücke halt die wir jetzt erstmal sozusagen füllen wollen mit der Bekanntmachung und dann auch tatsächlich neue Angebote schaffen wollen oder neue Gruppen anregen wollen für diese spezifischen
00:17:16: Lebenssituationen.
00:17:18: Das wäre mit das Ziel, Gruppengründungen zu begleiten und zu initiieren.
00:17:27: Die Krankheitsbilder sind unterschiedlich.
00:17:29: Es gibt ja nicht nur Demenz, obwohl das fortschreitend ist in unserer Gesellschaft immer mehr Richtung Volkskrankheit Aber es gibt auch körperliche Beeinträchtungen, die eben dazu führen, dass ein Mensch gepflegt werden muss.
00:17:38: Dann gibt es Kinder und Jugendliche, die gepflegt werden müssen.
00:17:41: Im Grunde kann man das ja gar nicht über einen Kampf scheren.
00:17:45: Was würdest du denn sagen?
00:17:46: Braucht man fast schon so eine Art Ausbildung dann?
00:17:50: Nicht jeder von uns ist doch wirklich befähigt, jemanden auch wirklich so zu pflegen wie sein muss!
00:17:55: Es ist ja nicht nur immer das Waschen und ... Das ist ein
00:17:57: Prozess-Learning by doing.
00:17:59: Keiner der fliegenden Angehörigen kommt als fliegende Angehäuriger zur Welt,
00:18:03: sondern... Ja eben!
00:18:04: Wie kommt man rein?
00:18:05: Ja, das ist einfach so.
00:18:08: die Frage stellt sich irgendwann entweder ich kenne es halt von pflegenden Eltern du bekommst einen Kind was eben halt besondere Bedarfe hast und dann musst du's einfach ... Dann ist es einfach halt Deine Aufgabe
00:18:24: ...
00:18:26: damit umzugehen.
00:18:27: Die Frage, die sich für mich stellt oder in der Fliege ist eben, lassen wir die Leute damit alleine als Gesellschaft?
00:18:36: Und da denke ich halt, nein!
00:18:38: Das sollten wir nicht machen.
00:18:39: Wir sollten die Menschen, die betroffen sind, begleiten, denen möglichst eine gute Unterstützung bieten, damit sie diese Aufgabe auch für sich gut wahrnehmen können.
00:18:51: Das muss auch übrigens gar nicht teurer sein als die Pflege von der Stange, sag ich mal.
00:19:00: So im Gegenteil ist es ja so, dass jeder Tag jedes Jahr was pflegende und pflegebedürftige zu Hause verbringen eigentlich halt eine Einsparung gegenüber der professionellen Pflege.
00:19:16: Ich war jetzt gerade, das finde ich auch wirklich total interessant in der WG für Menschen mit Demenz.
00:19:26: Und es ist für mich eigentlich das allerbeste Beispiel wie es laufen kann auf einer ganz konkreten kleinen Ebene weil da geht's darum dass pflegende Angehörige selbst eine Wohnung anmieten und dann zusammen mit einem Pflegenienst ihre Angehöhrigen betreuen.
00:19:45: Als ich da war, hab ich einfach ... Man sieht sofort die Menschen sind zufrieden.
00:19:53: Die Gepflegten sind zu frieden und die professionelle Pflegedienst ist zufriedengedienst.
00:19:57: Weil er hat einfach mal die Möglichkeit mit den Menschen tatsächlich so zu arbeiten wie ursprünglich als sie mal den Beruf ergriffen haben gedacht.
00:20:10: Das ist ja eine große Motivation für die Leute.
00:20:13: Das Ganze ist noch nicht mal teurer als ein Platz in einer normalen Pflegeeinrichtung.
00:20:21: Und die Qualität, das wirklich ... So viel besser ist es einfach zu Hause, was die Leute bekommen und nicht irgendwie nur ein Bett in einem Zimmer.
00:20:30: Und wenn man sich das vorstellt ... Also wenn man jetzt sozusagen noch wie wir hier fit und munter ist, was würde man gerne wählen?
00:20:39: Dann ist die Entscheidung eigentlich klar!
00:20:42: Das muss man in der Gesellschaft auch wirklich jedem sagen du hast ja zwar die Wahl schau mal Was ist dir wichtig, auch den Politikerinnen und Politikern, die das jetzt entscheiden?
00:20:54: Wo soll es hingehen.
00:20:56: Und das ist seitdem wichtig, das ganz konkret zu machen.
00:20:59: Aber diese Angebote gibt's ja zu wenig von diesem Will-Geist.
00:21:03: Ja, das muss nicht so bleiben, dass es zu wenige gibt.
00:21:07: Das ist gerade sozusagen die Idee oder eine große Überbauheit über der Selbsthilfe ... Dass man sagt, diese lokalen Strukturen sind so wichtig.
00:21:20: Die sind selbst organisiert und freiwillig.
00:21:23: Sie funktionieren auch in Zusammenarbeit mit professioneller Hilfe aber sie funktionieren eben besser und kostengünstiger auch.
00:21:32: Deshalb das Zusammenspiel gerade auf der lokalene Ebene zwischen angehörigen Hilfe Nachbarschaftshilfe und professionell Hilfe.
00:21:42: Das kann einfach für viele Leute ein sehr gutes Modell sein.
00:21:47: So, das wäre ja das Ideal, was du so ein bisschen beschrieben
00:21:49: hast?
00:21:50: Ja!
00:21:50: Also der fliegende Angehöriger hat seinen Anteil aber er wird nicht überfordert.
00:21:53: es gibt professionelle Pflege und dann gibt's noch die Netzwerke.
00:21:56: Wie könnte man das erreichen?
00:21:58: Was bräuchte man dafür dass wir das Flächendeckender hinkriegen?
00:22:02: Naja, es braucht auf alle Fälle mal engagierte Menschen, die man dafür gewinnen kann denke ich auch...
00:22:08: Das wär uns stichwort Ehrenamt.
00:22:10: ne
00:22:10: Ja, das ist das Stichwort Ehrenamt.
00:22:12: Das ist aber auch der Stichwort in Bewusstseinsbildung.
00:22:17: Dass es einfach mehr Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzen und sehen okay was würde ich mir wünschen?
00:22:25: Und heute wo ich noch fit bin kann ich dafür auch etwas tun.
00:22:30: Die Frage war um das abzuschließen was brauchen wir denn um zu einer idealeren Landschaft zu kommen was wir gerade haben?
00:22:35: Ja, wir brauchen auf jeden Fall sehr viel mehr Engagement.
00:22:39: Sehr viel mehr Bewusstsein darüber und zwar in allen Stellen wie wichtig das ist.
00:22:45: dass es einen auch selbst betreffen kann ist eine wichtige Motivation denke ich um tätig zu werden und ansonsten brauchen wir natürlich halt Kommunen die tatsächlich auch voran kommen wollen und sich da engagieren.
00:23:01: Ich denke, wir sind da in Potsdam auf einem ganz guten Weg.
00:23:06: Die Stadt Potsam hat es durchaus beschirmt.
00:23:07: Es sieht mir auch daran, dass es ja deine Stelle gibt irgendwo.
00:23:10: Das ist ja auch von der Politik ... mit finanziert.
00:23:14: Es ist ja ganz klar, dass wir das hier machen können und es anbieten können, dass du hier arbeiten kannst.
00:23:19: Und das ist aber erst der Anfang.
00:23:22: wie gesagt da wird noch einiges kommen.
00:23:23: Deswegen ist es auch spannend natürlich, dass Du hier für Strukturen sorgen kannst.
00:23:27: als jetzt zuständiger für den Bereich der Pflegeselbsthilfe.
00:23:31: Das haben wir schon gesprochen über die ganzen Herausforderungen, die es da gibt.
00:23:34: Die Vorteile natürlich der Selbsthilfe in diesem Bereich, das ist klar.
00:23:38: Geld ist immer ein Thema, wenn man fragt woran es noch mangelt.
00:23:41: Alles andere allerdings können wir auch selber machen.
00:23:43: du sagtest ja schon ein bisschen bewussternd wandeln.
00:23:45: natürlich eigen Engagement ist wichtig, damit wir eben nicht nur zu diesen diese Versorgungseinrichtungen haben oder halt die überforderten Angehörigen.
00:23:54: Das kann es ja nicht sein und da kann ja dann auch keine professionelle Pflegeaufdauer sein.
00:23:58: Die kann ja so ein Angehöhreaufdauern auch nicht in dem Maße leisten gerade wenn die Krankheit voranschreitet.
00:24:02: das muss ja auch irgendwo klar sein und ich denke dass das ist ja das Ziel was du grad beschrieben hast.
00:24:08: Dann fühlt sich der Zuflegende
00:24:10: wohl
00:24:11: wie auch der Pflegende
00:24:13: Ja, also
00:24:14: Ziel
00:24:14: ist eben die Lebensqualität der Menschen zu erhalten.
00:24:18: Auch wenn sie alt sind, auch wenn Sie pflegebedürftig sind und auch die Lebensqualität für diejenigen, die die Pflege übernehmen.
00:24:28: Das ist ja auch noch mal so ein Punkt was viele nicht wissen.
00:24:30: es gibt ja diese Pflege gerade.
00:24:32: Der muss erst einmal festgestellt werden dann vom Arzt und dann entsprechend kann ich die Leistung beantragen.
00:24:39: das ist ja dann die Sache wo man sich dann wieder beraten muss im Pflegestützpunkt.
00:24:43: Aber wie ihr ja schon sagt, ist die besten Tipps kommen meistens von denen, die es erlebt haben also am besten dann wiederum in der Selbsthilfe.
00:24:49: So ist das?
00:24:50: Ja Sabrina was hast du noch für einen Wunsch hier im Rahmen deiner Tätigkeit?
00:24:56: Ich habe den Wunsche dass wir über die anderthalb Jahre hinaus weiter uns engagieren können.
00:25:02: Und dass wir
00:25:03: auf
00:25:03: dem Weg dahin noch ganz viele Mitstreiterinnen finden.
00:25:06: und ich bin mir eigentlich zuversichtlich, dass wir ja hier in Potsdam schon ein gutes Netzwerk haben und dass wir das auch noch ausbauen können und wirklich halt einen Unterschied machen können in der Versorgung von Pflegebedürftigen?
00:25:21: Ja!
00:25:22: Da kannst du natürlich an erster Stelle mitwirken.
00:25:25: Vielen Dank, Sabine für deinen Besuch und alles Gute!
00:25:29: Und viel Erfolg beim Aufbau der Pflegeselbsthilfe hier in Pottstam.
00:25:33: So das war's für dieses Mal.
00:25:35: Vielen dank fürs Reihenhörensack.
00:25:38: Bis zum nächsten
00:25:44: mal.